Hier finden sich eigene Gedichte & Gedanken und auch Übungen aus der Lebens- und Sozialberatung, die allein zuhause gemacht werden können …
Autor: ninamarialohfeyer
Heute bin ich okay.
Heute bin ich mal okay so wie ich bin,
mit allem was mich ausmacht,
auch die Seite, die mich dabei verächtlich auslacht,
auch die Zweiflerin und die, die schon immer weiter sein will
als sie ist – und dadurch ständig die Gegenwart vermisst.
Und die Trauer und die Wut, die nehm ich einfach mit dazu,
meine Wünsche, Hoffnungen, Träume – alle noch so winzigen Samen und schon kräftigen Bäume,
mein ganzes Potenzial, alles was noch in mir wachsen kann,
und auch die Schattenseiten, mit allen verletzten Kindern und Ängsten dran,
meine ganze Scham über meinen Ausdruck und über mich als ganzes Wesen –
Ich dachte immer ich bin falsch, doch so als hätte ich mich nur verlesen,
komm ich drauf, dass ich genau richtig bin.
Richtig für meinen ganz eigenen Lebenssinn.
Und auch wenn ich den noch nicht weiß, geb ich mich hin
und erkenne dabei wer ich wirklich bin.
Lass mich treiben in dem Fluss,
reite jede Welle mit Genuss.
Denn so ist das Leben wohl,
ein Auf und Ab, ein Tief und Hoch.
Jetzt schließ ich die Augen und werde still,
komm dort an, wo ich eigentlich immer sein will –
in mir, meiner Mitte, meinem Herzen.
Alles wird ruhig und ich werd stark,
wachs in meine wahre Größe –
Tag für Tag.
Seh nun alles an mir was ich mag,
umarm auch die Seiten, die ich immer verdrängt hab.
Und lass mich treiben,
mit Klarheit im Kopf,
Vertrauen im Bauch
und Liebe im Herzen.
(verfasst am 29.12.2020)
Übung für Zuhause: Möglich zu zweit und/oder allein.
Zu zweit: Jede/r hat Zettel und Stift und bekommt 10 Minuten Zeit, um dem/der anderen zu erzählen was heute alles, für heute, besonders okay ist an sich selbst. Der/Die andere hört aktiv zu und schreibt mit. Dann wird gewechselt. Am Ende kann darüber gesprochen werden wie es jedem/jeder mit der Übung gegangen ist.
Allein: Am Anfang des Tages (vielleicht auch noch im Bett) kannst du noch kurz die Augen schließen und in dich gehen. Bewusst wird die Intention gesetzt ‚Heute bin ich, für heute, okay.‘ .. für die Fortgeschrittenen: ‚Heute nehme ich mit mit Liebe genau so an, wie ich bin.‘
Der Fokus wird dadurch weggenommen von meinem ‚idealen Ich‘, das vorallem in perfektionistischen Menschen unheimlichen Druck ausüben kann, und hingerichtet zu dem, wie ich gerade bin – und dass es genau so okay ist, egal ob ich einen guten oder schlechten Tag habe. Mir hat diese Übung gerade an Tagen, an denen ich meinen Wert nicht so stark wahrnehmen konnte, geholfen, dass selbst das in Ordnung ist. Gerade in einer Welt, in der wir ständig unbewusst die Botschaft bekommen uns optimieren zu müssen – auch wenn es unter dem Deckmantel der Spiritualität kommt – ist diese Übung so wohltuend. Und interessant ist auch, dass gerade dadurch eine Entwicklung in uns stattfinden kann.
„The curious paradox is that when I accept myself just as I am, then I can change.“ – Carl Rogers (On becoming a person)
